Gropius, Rosenthal und der Schweinestall. Das Notizbuch als Storyteller

30. März 2016

Außergewöhnliche Geschichten sind das perfekte Mittel, um Interesse zu wecken – vor allem wenn es sich bei ihren Protagonisten um echte Legenden des öffentlichen Lebens handelt. Der passende Ort für die besten Stories: Bücher natürlich.

Da gerade Jubiläen zum Zelebrieren aufsehenerregender Firmengeschichten einladen, hat jüngst die renommierte Porzellanfirma Rosenthal eine besonders kuriose Anekdote zum 100. Geburtstag ihres Gründers aus den Archiven gezaubert – und brandbook beauftragt, das passende Notiz- und Imagebuch zu produzieren. Schließlich sind die analogen Tools nicht nur perfekt geeignet, um die individuellen Geschichten der jeweiligen Nutzer festzuhalten, sondern auch, um die Story Ihrer Produkte, Aktionen oder Dienstleistungen hochwertig zu präsentieren.
Dass die Wirkung einer Geschichte nie allein von ihrem Inhalt, sondern immer auch von ihrer Form, also davon abhängt, wie sie erzählt wird, weiß jeder, der es schon mal mit einem schlecht geschriebenem Roman oder einem langweiligen Vorleser zu tun hatte. Dementsprechend sorgt schon das Äußere dieses Notizbuchs für einen spektakulären Auftritt: Das reflektierende Covermaterial in elegantem Kupfer ist mit einem weißen Siebdruck-Pattern veredelt.

Spiegelnde Tiefenwirkung trifft so auf matte Flächigkeit und sorgt für einen extravaganten Kontrast. Auf den ersten Seiten des Buchblocks aus feinstem schwedischen Munken-Papier – dank hochwertiger Fadenheftung mit astreinem Aufschlageverhalten – findet sich neben grasgrünem Vor- und Nachsatzpapier samt filigraner Architekturzeichnungen die entsprechende Story: In den Hauptrollen: Bauhaus-Legende Walter Gropius zusammen mit Firmengründer Philip Rosenthal. In der Nebenrolle: ein Schwein. Der Plot: Eine verlorene Wette zwischen Rosenthal und Gropius führt zu einem Entwurf, der in der Laufbahn des legendären Architekten einzigartig sein dürfte – zumindest was seine Funktion angeht. Schließlich handelte es sich bei dem formal in gewohnt funktionalistischer Bauhaus-Manier gestalteten Gebäude um einen Schweinestall für Rosenthals Haus-Sau RORO.

Der Entwurf, der mit dem Tod seines Urhebers in Vergessenheit geriet, wurde nun knapp 40 Jahre durch das Frankfurter Büro unique assemblage verwirklicht: Palazzo RORO. Dass diese Aktion der passende Anlass ist, um neben einer Porzellankollektion auch ein exklusives Notizbuch in den Handel, unter anderem in das Berliner KaDeWe, zu bringen, liegt, wie gesagt, auf der Hand: Außergewöhnliche Geschichten gehören eben in außergewöhnliche Bücher.